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 Große Angst vor Artgenossen 
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Beitrag Große Angst vor Artgenossen
Hallo Bullyfreunde, :greensmilies280:

meinen ersten Post nutze ich direkt, um eure Meinungen und hoffentlich ein paar Tipps zu bekommen.

Zu Lotte:
Sie ist eine 1-jährige Old English Bulldog Dame und seit einem Monat bei uns. Davor war sie bei einer sehr lieben Frau (die Lotte aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste), die sie von vermeintlichen Vermehrern gerettet hat. Dort war anscheinend ein Rüde, der sie permanent besteigen wollte und sie wohl auch gebissen hat. Die Frau sagte, Lotte hätte eine ganz geschwollene Fufu gehabt und der Rücken wäre auch blutig und wund gewesen.


Lottes Problem:
Durch ihre Vorgesichte hat sie schreckliche Angst vor anderen Hunden - egal welches Geschlecht oder welche Rasse. Wenn sie einen Hund nur aus der Ferne sieht, wird sie starr und fixirt den Hund. Gehen wir weiter, dreht sie sich x mal nach dem Hund um.
Wenn ein Hund eine gewissen Distanz unterschreitet, legt sie sich auf den Boden und wartet gespannt ab. Kommt der Hund näher, fängt sie plötzlich an wie irre zu dem Hund hinzuziehen und wenn ich dann halte, fängt sie an hin und her zu springen und zu jaulen. Die anderen Hunde reagieren nichtmal auf sie, aber Lotte flippt völlig aus und ist während dessen nicht abrufbar. Es hilft kein Kommando, kein Leckerchen, nix.
Danach ist sie noch ein paar Minuten völlig gestresst, beruhigt sich aber wieder.

Wir waren auch schon beim Hundetrainer. Er sagte, sie hätte wahnsinnige Angst und würde deshalb so reagieren. Mit dessen Hund haben wir 2 Stunden trainiert und als wir dachten "oh es scheint zu gehen" kamen sich beide Hunde nah und Lotte hat den anderen Hund in den Schenkel gezwickt.

Der Trainer meinte, wir sollen sie ablenken und üben. Das tun wir, aber es ändert sich null. Mal scheint es besser zu gehen, nur um beim nächsten Hund wieder genau so schlimm zu sein.

Habt ihr Ideen, Ratschläge, Hilfe? :greensmilies108:


11.04.2015, 19:24
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
:greensmilies280: Hallo Svenja, es ist schwierig, aufgrund einer Beschreibung zu beurteilen
und die Situation(en) nicht gesehen/miterlebt zu haben - deshalb liege ich vielleicht falsch, aber
für mich klingt es danach, dass Lotte nie gelernt hat, wie sie sich bei Hundebegegnungen (und
sei es nur bei entferntem Sichtkontakt) verhalten soll.
Du schreibst, dass Lotte in bestimmten Situationen nicht mehr reagiert (nicht abrufbar und/oder
ansprechbar) ist; Du hast Lotte ja erst einen Monat bei Dir; ich denke, Ihr müsst z.B. ein bestimmtes
Kommando, das ihre Aufmerksamkeit 'einfordert' erst einmal in ruhigen, ungestressten Bedingungen
erarbeiten, üben und festigen, bevor Ihr langsam an für sie stressige Situationen herangeht; auch da dann
ganz langsam steigern (z.B. erst einmal nur Aufmerksamkeit 'einfordern', wenn andere Hunde sehr weit
entfernt sind; wenn das funktioniert, bei weniger Abstand üben, usw.).
Erstes Ziel sollte meiner Meinung nach sein, fremde Hunde unaufgeregt passieren zu können; wahrscheinlich
ist bereits dafür sehr viel Geduld und konsequentes Training nötig.

Ich wünsche Euch jedenfalls ganz viel Erfolg [smilie=tuut.gif]


12.04.2015, 15:31
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
Guten Morgen Katharina,

lieben Dank für eine Antwort.
Du hast Recht, es wird verdammt viel Geduld und viel Training brauchen.

Ich bin aber auch etwas ungeduldig und möchte ihr so gern helfen, Hundefreunde zu haben.
Ich hatte auch schon den Verdacht, dass es vielleicht daran liegt, dass sie an der Leine ist. Jedoch ist mir das Risiko zu groß, sie auch nur an der Schleppleine laufen zu lassen wenn andere Hunde in der Nähe sind, da sie die Hündin des Trainers ja auch gezwickt hat.
:greensmilies156:


13.04.2015, 08:40
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
Bloss nicht ableinen, der Schuss könnte nach hinten gehen und deine Lotte das Weite suchen.
Wie du schon selber erkannt hast, ist deine Ungeduld das Problem.
Du musst Lotte erstmal ankommen lassen und Vertrauen zu dir aufbauen.
Wie soll sie dir vertrauen und darauf bauen, dass du das Problem für sie löst ?
Dafür braucht man gerade bei Hunden mit solch einer Vorgeschichte Zeit, Zeit, Zeit...
Es kann sein, dass ein Jahr vergeht bevor Lotte dieses Vertrauen in dich setzt. Verspiel es nicht, in dem du sie ständig solchen Situationen aussetzt. Such dir einsame Strecken ohne andere Hunde und lass ihr die Zeit die sie braucht.
Hunde mit solchen Ängsten vor Artgenossen brauchen keinen Kontakt zu anderen Hunden um es besser zu machen, sie brauchen erstmal Ruhe und Geduld. Dafür brauchst du keinen Trainer und keine Hundeschule, sonder nur dein Herz das für Lotte da ist und versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen.....

____________________________________________
Das mir der Hund das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde.
Der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.

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13.04.2015, 21:23
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
Nee keine Sorge, ableinen gibt es nicht.

Klar lasse ich ihr die Zeit. Mit meiner Ungeduld meinte ich auch nicht, dass ich jetzt Wunder von ihr erwarte oder sie zu jedem Hund schleppe. Aber alle Begegnungen kann ich nicht vermeiden.

Gestern beispielsweise ging es viel besser mit ihr. Wir sind einem Schäferhund auf der anderen Straßenseite begegnet. Diese Distanz 8also von Straßenseite zu Straßenseite) ist für Lotte normalerweise ein Grund, total auszuflippen. Gestern hat sie zwar hingezogen und einmal kurz gebellt, fing sich danach aber direkt wieder.

Aus dem Rückweg das gleiche Spiel, diesmal mit einem Jack-Russel. Auch kurz auf den Hund zu gezogen, aber nicht gejault ode rgebellt und innerhalb weniger Sekunden wars gut.

Gestern bin ich aber stur mit ihr ander kurzen Leine an den Hunden vorbei und habe ihr keine Zeit zum Terz machen gelassen. Ich habe versucht ihr Sicherheit zu zeigen,indem ich einfach an den Hunden vorbei gehe.


14.04.2015, 08:30
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
tja, wie so oft...Angriff ist die beste Verteidigung...viele gehen trotz Gequitsche und Gejaule eher den Weg nach vorne, also in die Angst Agression rein, wie einfach den Rückzug und zu sehen das man aus der Situation wegkommt. Kannst du sie über besondere Leckerchen schon steuern ? Also irgendwas das sie besonders mag ? Käse Stückchen, Fleischwurststückchen oder so ? Es sollte mehr wie das normale Belohnungsleckerlie sein, damit sie weiß das ihre Reaktion in diesen Streßsituationen, wenn sie denn richtig reagiert besonders belohnt werden. Ich würde versuchen stehen zu bleiben, setzt natürlich voraus das die Besitzer des anderen Hundes erkennen, dass du keinen Kontakt wünschst und sie einfach nur weiter gehen. Versuch sie abzusetzen, Versuch ihr die Sicht so weit zu nehmen, dass sie dich ansehen muss und das besondere Leckerchen an dem sie schon vorher riechen darf, so bald du den anderen Hund siehst. Das ist harte Schule, funktioniert nur mit dem richtigen Timing und wie immer Geduld, bis sie versteht was du von ihr willst. Wenn sie nicht ausflippt und einfach nur das Leckerlie im Auge hat, rein damit so viel wie deine Taschen hergeben....später wenn es funktioniert wirst du mit einem auskommen. Ich drück dir die Däumchen...

und viele wissen heutzutage was die gelbe Schleife am Halsband ist: Mein Hund wünscht keinen Kontakt :greensmilies020:

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14.04.2015, 10:46
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
Hallo,
ich hatte bei Lennart das gleich Problem. Bei ihm war das ganze noch schwerer in den Griff zu bekommen, da er kein Leckerchen Hund ist. Seine Achillesverse ist Spielzeug besonders Sachen die quietschen, deshalb hatte ich immer eines in der Jackentasche. Sobald er angefangen hat einen Hund zu fixieren habe ich gequietscht und das Spielzeug unter meinen Arm geklemmt, somit hatte ich dann seine Aufmerksamkeit. Er hat das Spielzeug dann bekommen, wenn wir an dem anderen Hund vorbei waren und er keine Faxen gemacht hat. Das ganze hat ca. zwei Monate gedauert und es hat auch super für die Leinenführigkeit funktioniert.

Ps: Lennart lasse ich trotzdem nicht von der Leine und es gibt auch nur vier Hunde, wo wir Kontakt zulassen (die beiden Boxer von unserem Nachbarn, eine old english bulldog Hündin beim Mantrailing und bei unserer Lotte der französischen Bulldogge natürlich)


14.04.2015, 13:03
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
So, nochmal ein kleines Update von uns.

Lotte reagiert nicht auf Spielzeug und auf Leckerchen. Ihr die Sicht zu verstellen bringt auch nichts und da sie einfach zu stark ist, sind wir seit 2 Wochen in der Hundeschule. Oh man, das ist harter Tobak.

Der Trainer hat einen sehr autoritären Stil und arbeitet mit Ruck an der Leine und engem Halsband. :greensmilies069:

auf der einen seite passt es mir gar nicht, das er am Halsband ruckt oder festhält, weil ich Angst habe das Lotte sich am Kehlkopf verletzen könnte. Auf der anderen Seite sehe ich ja ein, das mit Weicheierei bei ihrem Sturkopf und ihrer tiefgehenden Störung nichts zu machen ist.

Ich hoffe nur, dass es bald Erfolge zeigt und sie irgendwann ein normaler Hund sein kann.


18.05.2015, 12:31
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
Ein solches Vorgehen kann das Problem schlimmstenfalls verstärken, da Lotte
den negativen Moment des Leinenrucks/den eventuell dadurch verursachten
Schmerz mit der Situation und damit der Hundebegegnung/dem anderen Hund
verknüpfen könnte - das kann zu (noch gesteigerter) Aggression führen.

Ich kann Dir nur raten, Dich nach einer Alternative (anderer Trainer mit anderen
Methoden) umzusehen.
Es bringt auch nichts, wenn ein Fremder mit Deinem Hund trainiert und dabei
Methoden anwendet, die Du selbst nicht gutheißt - denn eigentlich bist Du es,
die mit ihrem Hund im Alltag zurecht kommen muss. Und Du solltest hinter
der Methode stehen können, die Du dann selbst anzuwenden hast.

Von einer Methode 'enges Halsband' habe ich noch nie gehört, aber auch ohne
darüber genaueres zu wissen halte ich davon grundsätzlich absolut nichts!!! Ein
extra enges Halsband verursacht Stress und Beklemmung! (Und auch das kann im
übrigen dann mit der Situation anderer Hund verknüpft werden und zu noch mehr
Problemen führen.)

Lotte sollte erfahren und lernen können, dass eine Hundesichtung bzw. Hundebegegnung
nichts aufregendes und auch nichts besonderes ist - nichts, worüber sie sich aufregen
muss, nichts, worum sie sich kümmern muss. Mit Eurer jetzigen Methode ist das meiner
Meinung nach nicht zu erreichen.

Das Ziel kann meiner Meinung nach nicht sein, dass sie "ein normaler Hund sein kann",
sondern das Ziel sollte sein, dass eine Alltagssituation wie eine Hundebegegnung (und dabei
kann es gut sein, dass Lotte aufgrund ihres Verhaltens nie mehr als Blickkontakt zu anderen
Hunden wird haben können/nur auf Sichtweite mit anderen Hunden zusammentreffen kann)
kontrolliert und unaufgeregt gemeistert wird. Dann hättet Ihr schon megaviel erreicht.


18.05.2015, 21:07
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Beitrag Re: Große Angst vor Artgenossen
Ich werde mir das auch nicht mehr lange anschauen und dann den Trainer wechseln.
Er scheint eigentlich ein guter Hundetraineer zu sein, der auch nichts von Gewalterziehung hält.
Vielleicht bin ich was Lotte angeht auch nur zu sensibel. Denn der Leinenruck soll nicht mega stark sein, sondern nur ihre Aufmerksamkeit zu mir lenken bzw. ihr fixieren unterbrechen.

Sonst arbeitet der Trainer auch damit, Ruhe ind ie Situation zu bringen und Lotte zu zeigen, dass ein anderer Hund keine Aufregung bedeutet.

Trotzdem werde ich die nächste Stunde gut im Auge behalten und ggf mit dem Trainer reden.


19.05.2015, 09:11
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