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 Parvovirosegefahr: Polizei warnt von Händlerhunde 
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Beitrag Parvovirosegefahr: Polizei warnt von Händlerhunde
Parvovirosegefahr: Polizei warnt vor “günstigen Rassehunden” aus Osteuropa

Limburg (aho) – Bei der Kriminalpolizei in Limburg werden derzeit Ermittlungsverfahren gegen eine Hundehändlerin aus dem Landkreis Limburg-Weilburg geführt, bei denen Rassehunde zu günstigen Preisen angeboten worden waren. Die Welpen litten an Parvovirose, verursacht durch das Canine Parvovirus. Krankheitsverursacher und Symptome sind eng verwandt mit der Katzenseuche und verlaufen meist tödlich. Diese Erkrankung wurde in den vorliegenden Fällen von der Hundehändlerin verschwiegen. Die Welpen hatte die Frau aus Osteuropa eingeführt, wo die Krankheit bei Hunden mangels Impfungen häufiger auftritt.

Wer sich ein Haustier anschaffen möchte, sollte sich grundsätzlich nicht nur vom Preis leiten lassen, mahnt die Polizeidirektion Limburg-Weilburg.

Gerade bei der Internetauswahl ist vor einem Kauf auch der persönliche Kontakt zu suchen, am besten an der Wohnanschrift des Verkäufers. Obligatorisch sind natürlich Impfnachweise, um auch die genannten Parvovirose ausschließen zu können. Ein Blick auf die Elterntiere ist ebenfalls zu empfehlen, bevor per Kaufvertrag mit Kontaktdaten und Impfpass der Welpe und das Geld den Besitzer wechseln. Umgekehrt ist es natürlich auch für gewissenhafte Tierzüchter wichtig zu wissen, wohin ihre Welpen gehen. Da kann ebenfalls ein Blick hinter die Kulissen verkaufsentscheidend wirken, so die Beamten.

Quelle: http://www.animal-health-online.de
Ausgegeben: Polizeipräsidium Westhessen
Polizeidirektion Limburg-Weilburg
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reuscher, EPHK


10.07.2011, 08:55
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Beitrag Re: Parvovirosegefahr: Polizei warnt von Händlerhunde
Eine kurze Geschichte von Kalle

Menschen teilen sich in zwei Gruppen auf: es gibt Hundemenschen und es gibt Katzenmenschen. Wir gehören zur ersten Gruppe, ganz eindeutig und so zog, nachdem wir den Schmerz über den Verlust unserer Uschi einigermaßen überwunden hatten, am 3. Oktober der kleine Kalle bei uns ein. Er kam aus Rothenförde und war (wie wir) ein Dorfkind. Kalle hatte braune Schlappohren und ein weiß-gestromtes Fell. Mit seinen großen braunen Kulleraugen schaute er uns ein wenig verängstigt an, denn er wusste ja nicht, wie gut er es bei uns haben würde. Neun Wochen alt und schon undicht, das konnten wir auf der Heimfahrt feststellen.

Seine ersten Schritte in der neuen Heimat wagte Kalle auf dem Rasen, wie sich später rausstellen würde, mag er alles gepflasterte nicht so sehr und setzt sich dann lieber, anstatt zu laufen, auf seinen Popo.

Nach einem „Herzlich Willkommen, kleiner Kalle“ der Nachbarn war es Schlafenszeit.

Schon ein wenig interessierter an der neuen Umgebung wachte Kalle dann am Abend auf. Er bekam sein Futter und eine ganz lange Streicheleinheit. Ich glaube Welpen haben auch, wie Babys, einen besonderen Geruch, der jeden Menschen veranlasst, sie mit Liebe zu überschütten. Kalle durfte alles. Trotz kalten Küchenboden blieben wir sitzen, wenn er sich zwischen die Beine gelegt hatte und wenn er sich in der Nacht rührte, standen wir an seinem Körbchen.

Am zweiten Tag sollte Kalle seinen großen Freund, den Hund meiner Eltern, kennen lernen. Dabei ging der Kleine ganz schön forsch zu Sache. Ob aus Angst oder aus Übermut: Kalle gab den Ton an. Da der Hof gepflastert war, bewegte er sich keinen Meter und fand aber in seiner näheren Umgebung genügend Sachen, die er untersuchen konnte. Eine Pflaume war besonders interessant.

Nach einem kurzen Spaziergang über eine Wiese kamen wir gegen Abend wieder zu Hause an. Kalle taute langsam auf und wollte spielen. Er wusste ganz genau: wenn wir Kalle rufen, ist er gemeint und wo sein Schlafplatz ist – ziemlich viel für nicht mal zwei Tage. Wir waren uns sicher: Kalle wird mal ein ganz Schlauer! Sein Bildungsweg sollte mit der Welpenschule beginnen und so suchten wir schon mal nach einer geeigneten „Einrichtung“.

Am Montag durfte Kalle mit auf Arbeit. In seine Tasche kamen: seine Decke, sein Futter, sein Spielzeug – ach Hund müsste man sein, dachte ich.

Nach einer Ausgiebigen Musterung der Umgebung durfte Kalle auf dem Arm schlafen. Gegen 13.00 Uhr musste Kalle brechen. Warum? Zuviel gegessen? Nein! Nervöser Magen, wegen des Umzugs? Vielleicht! Welpen lutschen alles an, was giftiges aufgelesen? Durchaus möglich! Wir werden die Sache genauestens beobachten. Zu Hause hatte der kleine Kalle immer wieder mit der Übelkeit zu kämpfen – erste Besorgnis kam auf. Was kann man tun?

Unsere erste Reise am Dienstag endete beim Tierarzt. Leider ist für den kleinen Kalle eine genaue Diagnose nicht möglich – es kann alles sein. Wir gehen aber davon aus, dass es mit dem neuen Lebensabschnitt zu tun hat. Kein Fieber, das ist wichtig. Es gab eine Spritze gegen die Übelkeit und dann ging’s samt Körbchen, Decke, Spielzeug und Futter in den Kindergarten (zu meinen Eltern), arbeiten musste ich auch noch. Gegen Abend nahm er wieder erstes Futter und eine Brei (von der Ärztin verordnet) zu sich. Ein wenig besorgt und unruhig schliefen wir ein. In der Nacht musste der kleine Kerl wieder brechen und wollte am Morgen kein Futter.

Am Mittwoch ging die Reise also wieder zuerst zum Tierarzt. Schwierige Sache, die Temperatur ist normal. Er muss was trinken und fressen also gab es eine Spritze zum Appetit anregen, wir kamen mittlerweile kaum noch zum Essen vor Sorge. Kalle war wichtiger!

Die Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag war kurz oder gar nicht vorhanden? Der Fernseher lief aber ich kann mich nicht daran erinnern was gezeigt wurde. Spielfilm, Serie, Komödie oder Drama? Nur eins war glasklar: Kalle ging es schlechter, Kalle ging es beängstigend schlecht. Hilflos versuchte ich ihn zwischen dem Brechen und dem Durchfall, der gegen Morgen blutig war, zu beruhigen. Mit gesengten Köpfchen saß er mir gegenüber.

Kleiner Kalle – was hast Du nur gemacht?

Endlich 08.30 Uhr - wir können zum Tierarzt starten. Mit einem Stück Küchenrolle wurden Durchfallproben mitgenommen. Mittlerweile waren wir die ersten, die ins Behandlungszimmer durften, auch wenn noch andere vor uns waren. Mit Tränen in den Augen berichtete ich von der vergangenen Nacht. Dann kam die Diagnose: Parovirose.

Kalle bleibt da und bekommt Medizin und den Tropf. 17.00Uhr darf er wieder abgeholt werden.

Mit der Diagnose begann auch unser zweiter Bildungsweg zum Tierarzt. Fragen wie: Was ist das für eine Krankheit? Wie kann man sie bekommen? Ist sie übertragbar und ist sie heilbar? mussten beantwortet werden.

10, 20 und 5 waren die Zahlen, die uns die nächsten Tage beschäftigen würden. 10 Prozent der Welpen bekommen diese Viruserkrankung, nur 20 Prozent überleben sie und wenn fünf Tage überstanden sind, dann steigen die Überlebenschancen. Kämpfe, kleiner Kalle, Kämpfe!

Auch in der folgenden Nacht war an Schlaf nicht zu denken, geredet wurde nur leise, um den Kleinen nicht zu stören. Jedes kleine Zeichen wurde diskutiert, die Medizin wurde gegoogelt, mehr konnten wir nicht tun. Wie würde das wohl enden? Zwischen Verzweiflung (wir werden dich nie erwachsen sehen) und Hoffnung (wenn Du groß bist, dann musst Du dir aber ganz schön Mühe geben, um das gut zu machen) pendelten wir durch die Nacht.

Die Kirchturmuhr schlug acht Mal, es wurde Zeit die Sachen für den nächsten Arztbesuch zu packen. Kalle schien sich zu stabilisieren, ob das die Ärztin auch so sah?

Kalle hatte am vorherigen Tag Fieber, das war verschwunden aber da er noch sehr klein war, konnte er die Krankheit nicht länger durchstehen. So oder so, es würde sich am Wochenende entscheiden. Seine Chancen hatten sich nicht verbessert aber er hat in der Nacht mal längere Zeit geschlafen, was natürlich gut ist. Werde ich dich auch am Montag noch in den Armen halten können, kleiner Kalle? Der Körper kämpft, doch reicht die Kraft?

Die Sache mit dem Durchfall ist besser geworden, doch er verliert zu viel Flüssigkeit. Was machen wir am Wochenende, wenn die Ärztin nicht da ist? Eine Tierklinik käme in Frage. Mühlhausen oder doch Leipzig? Diese Entscheidung wird vertagt. Kalle ist aufgestanden und man kann die Rippen zählen, er ist so dünn geworden. Was macht er? Nicht brechen bitte, keinen Durchfall bitte. Er ist so schwach. Am Morgen kann er sich kaum auf den Beinen halten und rutscht zusammen aber es ist Morgen und endlich können wir zur Tierärztin. Wir diskutieren gemeinsam, ob eine Klink nicht doch besser wäre. Endlich diese schwere Verantwortung einmal abgeben, eine Nacht mal schlafen, nur eine Nacht, um Kraft zu tanken. Kalle braucht den Körperkontakt, wir holen ihn um 13.15 Uhr wieder nach Hause.

Im Gepäck diesmal eine Infusionslösung und einen speziellen Futterbrei. Den Tropf gibt es zu Hause. Wir hängen die Lösung an den Kleiderhaken und der kleine Kalle erträgt alles, er kämpft ums Überleben.

Er hat diesen Brei bei sich behalten, er muss es auch! Sind das Zeichen einer Besserung?

Einmal in der Stunde bekommt er 2 ml Futterbrei, nicht mehr und nicht weniger. Zusätzlich soll er Flüssigkeit über den Tropf erhalten. Listen werden angelegt, um alles kontrollieren zu können. Der kleine Kalle kann sich nicht mehr auf den Beinen halten aber es kommt noch schlimmer. Gegen 19.00 Uhr bekommt er Krämpfe um hat Schmerzen. Er beginnt zu winseln und mein Herz beginnt immer schneller zu schlagen, weil eine Entscheidung bis jetzt nicht gedacht oder angesprochen wurde. Zum zweiten Mal rufen wir die Tierärztin an diesem Abend an. Es muss etwas getan werden.

Sein Herz schlägt zu langsam, seine Atmung ist schwer – er wird die Nacht wahrscheinlich nicht überleben. Kalle hat keine Kraft mehr, um zu kämpfen. Wir erlösen ihn, er soll nicht leiden, er ist doch noch so klein.

Der kleine Kalle stirbt am 10. Oktober durch eine Überdosierung eines Narkosemittels.

Er hat es nicht geschafft.

.. ..

Ich schrieb diese Zeilen für mich. Um mich an diesen kleinen Kerl zu erinnern, denn auch wenn er nur kurz bei uns war, vergessen werden wir ihn nie.

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15.07.2011, 12:16
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Beitrag Re: Parvovirosegefahr: Polizei warnt von Händlerhunde
Ruhe im Friden kleine Kalle. Sandra, am liebsten würde ich dich im Arm nehmen und ganz ganz fest drücken und dein Schmerz nehmen. :greensmilies289:

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Liebe Grüße Andrea & Spike & Maja & Balu


16.07.2011, 09:47
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Beitrag Re: Parvovirosegefahr: Polizei warnt von Händlerhunde
So viel gekämpft und es doch nicht geschafft !Das tut mir sehr leid für Dich..

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Früher hatte ich Zeit und Geld,heute habe ich einen Hund!


16.07.2011, 10:00
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Beitrag Re: Parvovirosegefahr: Polizei warnt von Händlerhunde
Ich hab die Zeilen gelesen und heule vor mich hin.

Es tut mir so leid, kleiner Kämpfer.
Sandra die Zeilen sind wunderschön geschrieben.

Sind die Lieben auch noch so weit weg - sie sind uns doch so nah!

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LG Mani mit Floyd , Suki & Balu
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Patenbullys Spike & Perla


16.07.2011, 10:24
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